Gemeinsame Wege. Foto-Strecken von und mit Thomas Billhardt.

Er schenkte uns zu unserer 20-Jahr-Feier ganz besondere Momente: Unser Gast und Freund Thomas Billhardt. Das Handwerk der Fotografie von seiner Mutter erlernt und im Studium für angewandte Kunst in Magdeburg vertieft, erlangte er als Reportage-Fotograf – vor allem mit seinen Bildern des Vietnamkrieges – weltweite Bekanntheit. Seine Fotografien wurden in über hundert Ausstellungen von Moskau bis nach New York gezeigt, wurden in den großen Illustrierten wie etwa in der Zeit, im Stern, im Spiegel oder im Time Magazin veröffentlicht. Oft ganz nah an den Brennpunkten des Weltgeschehens, war er auch als Fotograf für die UNO und die Kinderschutzorganisation UNICEF weltweit aktiv. Eine Auswahl seiner Bilder stellte er auch mit und aus seinem Bildband bei unserem Firmen-Event vor. Gebannt lauschten unsere Gäste seinen Erzählungen oder erinnerten sich wie Katharina Landgraf an gemeinsame Begegnungen vor 25 Jahren, damals 1972 in Rostock.

„Wann seid ihr euch eigentlich das erste Mal begegnet, wo und wie habt ihr euch kennengelernt?“, frage ich Lutz und wir kommen ins Gespräch. „Kennengelernt haben Thomas und ich uns über das „Verbundnetz der Wärme“ und sind seither immer in Verbindung geblieben. Gemeinsam entwickeln wir auch heute noch Ideen und Projekte. Ich schätze seine Arbeit sehr und seine Persönlichkeit gleichermaßen. Seine Bildästhetik, seine starke künstlerische Handschrift fasziniert mich, seine Bodenständigkeit als Mensch imponiert mir, weshalb ich ihn gern in seiner Arbeit begleite und wir ihn auch in der Veröffentlichung seiner Memoiren finanziell unterstützt haben. 2013 haben wir mit www.thomasbillhardt.de eine unserer ersten responsiven WordPress-Seiten konzipiert und veröffentlicht. Dies ergab sich in der Zusammenarbeit an seinem Bildband „Thomas Billhardt Fotografie“, der im selben Jahr publiziert wurde. Für den Bildband lieferten wir die Scans: Wir haben sein gesamtes analoges Bildarchiv – sowohl Dia-Positive, als auch Foto-Negative digitalisieren lassen. Darauf aufbauend konnten diverse Foto-Ausstellungen konzipiert werden. So auch eine seiner jüngsten  Ausstellungen „80 Jahre Thomas Billhardt“ im Frühjahr 2017, in der CWC Gallery von CAMERA WORK in Berlin. Es sind nicht nur die Bilder, die mich und auch viele andere immer wieder fesseln, es ist auch die Art und Weise, wie Thomas die Entstehungsgeschichte eines jeden Bildes erzählt. Zur Ausstellung „80 Jahre Thomas Billhardt“ habe ich seine Geschichten deshalb aufgenommen. Gern würden wir aus den Bildern und Audio-Takes einen virtuellen Rundgang konzipieren, der für alle Interessierten online abrufbar ist. Dieses Projekt ist noch in der Entwicklung. Ich habe mich sehr gefreut, dass Thomas bei unserem Jubiläum dabei war – das hat mir viel bedeutet. An dieser Stelle deshalb nochmal ein herzliches Dankeschön an Dich, lieber Thomas.“

Thomas Billhardt erzählt ...

Und als ich gerade den letzten Schluck aus meiner Teetasse trinke, frage ich Lutz noch etwas: „Du sag mal Lutz, Du fotografierst doch selbst auch so gern. Wann hast Du eigentlich mit dem Fotografieren begonnen?“ Lutz lächelt und sagt: „Das kann ich Dir ganz genau sagen, Suse. Das war in der 9. Klasse, als ich von meiner Schule in Leipzig zum Sport-Internat nach Chemnitz gewechselt bin (zufällig auch die Stadt, in der Thomas geboren ist) und dort bei der Foto-AG mitgemacht habe. Zu meiner Jugendweihe in der 8. Klasse habe ich nämlich meine erste Spiegelreflex-Kamera geschenkt bekommen und habe mich von da an sehr für Fotografie interessiert. 1987 habe ich mir eine Praktika-Kamera mit 50er Brennweite gekauft, die ich immer noch habe, allerdings selten benutze“, schmunzelt Lutz und steht auf, um zu seinem Schreibtisch zu gehen.

Und während ich mit meiner Teetasse zur Küche und dann durch den Flur zurück an meinen Arbeitsplatz gehe, erfreue ich mich an den vielen schönen schwarz-weiß-Bilder an den Wänden – Fotografien aus der Apple-Kollektion „Think different“ von Charlie Chaplin, Picasso und anderen Größen und erkenne auch rückwirkend zum Gespräch mit Lutz einmal mehr die zentrale und allgegenwärtige Rolle von Fotografie in unserem Agenturleben. Haben wir doch selbst immer die Kamera in der Hand, wenn wir Veranstaltungen betreuen oder Pressefotos machen.

Lutz im #Austausch mit Susanne, 26. Oktober 2017.